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Gebühren in CoinTracking richtig erfassen: brutto, netto und die Falle mit der dritten Währung

Warum der Sell- und Withdrawal-Betrag in CoinTracking immer brutto ist, wann das Fee-Feld nur informiert und wann du wirklich eine Other Fee brauchst – mit Rechenbeispiel.

Von Frank Wingerath · 25. August 2026 · 4 Min. Lesezeit
Ablauf von Bruttobetrag über Gebühr zum Nettobetrag – Gebühren in CoinTracking erfassen

„Ziehe ich die Gebühr jetzt vom Betrag ab oder nicht?” Diese Frage kommt bei mir im Support fast jede Woche. Sie klingt nach einer Kleinigkeit, entscheidet aber darüber, ob dein Bestand am Ende mit dem echten Börsensaldo zusammenpasst – oder ob dir stillschweigend Coins fehlen.

Die gute Nachricht: Die Regel dahinter ist kurz. Die schlechte: Es gibt genau einen Fall, in dem sie nicht gilt, und der wird regelmäßig übersehen.

Die Grundregel: Der Betrag ist brutto

Bei einer Auszahlung oder einem Verkauf ist der Betrag, den du in CoinTracking einträgst, immer der Bruttobetrag. Die Gebühr steckt dort schon drin. Das Fee-Feld daneben ist – solange die Gebühr in derselben Währung anfällt wie die Transaktion – ein reines Informationsfeld. Es dokumentiert, es rechnet nicht.

Das Beispiel aus der CoinTracking-Doku bringt es auf den Punkt:

Withdrawal = 1,001 BTC aus Wallet A, Fee = 0,001 BTC → Deposit = 1 BTC in Wallet B

Der Abgang ist brutto, drüben kommt netto an. Die Differenz ist die Gebühr, und die verschwindet genau einmal – über den Bruttoabgang.

Der häufigste Fehler

Er passiert aus gutem Willen: Man zieht die Gebühr vorsichtshalber selbst vom Betrag ab und trägt sie zusätzlich ins Fee-Feld ein. Doppelt hält besser, denkt man. Tatsächlich fehlt die Gebühr danach im Bestand, weil sie nie zweimal abgezogen wurde – der zu kleine Bruttobetrag ist der einzige Effekt.

Das fällt oft erst Monate später auf, wenn der Bestand einer Coin nicht mehr zum Börsensaldo passt und die Fehlersuche bei hunderten Transaktionen anfängt.

Wie es bei einer Börse in der Praxis aussieht

MEXC weist den kompletten Bruttoabgang als Amount aus und die Gebühr separat daneben. Das lässt sich eins zu eins übernehmen, ohne selbst zu rechnen:

Feld in CoinTracking Wert von der Börse
Withdrawal amount der ausgewiesene Bruttoabgang (inklusive Gebühr)
Fee die separat ausgewiesene Gebühr
Deposit (Gegenseite) Brutto minus Gebühr – also das, was tatsächlich ankommt

Andere Börsen zeigen es anders an, das Prinzip bleibt aber gleich: Was das Konto verlässt, ist der Betrag. Was ankommt, ist der Betrag minus Gebühr.

Die Ausnahme: Gebühr in einer dritten Währung

Jetzt der Fall, der die Regel bricht. Manche Börsen ziehen die Gebühr nicht in der Coin ab, die du bewegst, sondern in ihrem eigenen Token – bei MEXC zum Beispiel in MX. Diese Währung ist an dem Vorgang sonst gar nicht beteiligt.

Hier greift die Automatik nicht mehr. CoinTracking sagt dazu selbst: „If fees are taken in a third currency (not part of the buy/sell pair), they won’t reduce balances automatically.” Der Bestand dieser dritten Währung wird also nicht von allein reduziert.

Die Lösung ist ein eigener Eintrag vom Typ Other Fee für die Gebühr. Erst damit stimmt auch der Bestand des Gebühren-Tokens.

Die Gegenbuchung nicht vergessen

Ein Punkt, der eng damit zusammenhängt: Ohne den passenden Deposit auf der Empfängerseite meldet dir der Missing-Transactions-Report den Abgang. Der Deposit ist der Nettobetrag, also Brutto minus Gebühr. Passt der nicht, findet die Matching-Automatik das Paar nicht zusammen – und aus einem harmlosen Transfer wird im Report eine Veräußerung.

Wie du solche Lücken systematisch findest, habe ich hier aufgeschrieben: Missing Transactions: Ursachen finden und Lücken sauber schließen.

Faustregel: Gleiche Währung? Dann ist das Fee-Feld nur Doku. Andere Währung? Dann braucht die Gebühr einen eigenen Eintrag.

Die Kontrolle, die zwei Minuten dauert

Vergleich nach dem Import den Bestand der betroffenen Coin in CoinTracking mit dem echten Saldo auf der Börse. Stimmen beide überein, ist nichts doppelt abgezogen und nichts verschwunden. Das ist die schnellste Plausibilitätsprüfung, die es gibt, und sie erspart dir im Zweifel Stunden im nächsten Frühjahr.

Wenn der Bestand trotzdem nicht passt

Wenn du mehrere Börsen, alte Wallets und ein paar tausend Transaktionen im Account hast, ist die Gebühren-Frage selten das einzige Thema. Dann lohnt es sich, einmal strukturiert draufzuschauen, statt einzeln Zeilen zu korrigieren.

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Hinweis: Dieser Beitrag erklärt die technische Erfassung deiner Krypto-Daten und stellt keine Steuerberatung dar. Ich bin kein Steuerberater und kein Mitarbeiter von CoinTracking. Ob eine Auszahlungsgebühr steuerlich als Veräußerung zu behandeln ist, gehört zu den Fragen, die dir ein qualifizierter Steuerberater verbindlich beantworten muss.

Frank Wingerath
Frank Wingerath

Spezialist für Krypto-Reporting aus Hannover. Ich bereite Krypto-Transaktionsdaten technisch auf – plausibel und report-ready. Keine Steuerberatung.

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